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Darf ich beim Yoga an Sex denken? 27.08.2017

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Der Mensch isst mit seinen Augen!
Wir bewundern formschöne Dinge und suchen uns im Supermarkt nur die schönsten Früchte aus dem Regal. Gutes Design spricht mich immer an und wenn ich einen Raum betrete, mit einem optimalen Feng Shui, dann fühle ich mich wohl.
Wie ist es beim Yoga?
Die Yoga Praxis ist von aussen betrachtet eine sehr ästhetische Bewegungsform. 
Das Streben nach der perfekten Ausführung der Asanas und das zielstrebige Herantasten an seine eigene körperliche Grenze liegt bei vielen Yoga Praktizierenden im Vordergrund.

Wenn ich den Unterricht von anderen Yogalehrern besuche, dann habe ich eine Verabredung mit mir selbst. Ich tauche nach innen hinein und finde mich dann in einem friedlichen und glücklichen Zustand wieder. 
Ich höre die Stimme des Lehrers oder der Lehrerin und sehe, wenn ich mich ganz zwanglos umschaue, Mitpraktizierende, die dasselbe fühlen und sich ganz der Yogapraxis hingeben. 
Einige verschließen die Augen und atmen in sich hinein, sie kontemplieren und finden die Hingabe in den Asasanas. 
Ich fühle mich frei und energetisch. In diesem Augenblick des bloßen Seins bin ich auch verletzlich und offen. Der Lehrer, oder die Lehrerin kümmert sich um mich und adjustet mich in meiner Asana Praxis.
Ich werde unterstützt und freue mich, dass ich die Asanas vertiefen kann. Wow, ohne die Unterstützung mit einem Assist hätte ich es nicht geschafft!

Urplötzlich sehe ich eine Yogini mit einem bauchfreien Oberteil und ich bemerke unfreiwillig, wie die Proportionen und die Symmetrie der Körperhaltung in mir eine Emotion auslöst. Meine innere Neugier und Begeisterung auf Grund dieses Anblicks will ich jedoch schnellstens wegatmen! Ich will doch keine Ablenkung!
Doch ertappe ich mich dabei nochmal hinzuschauen und schäme mich ein wenig, dass ich es getan habe. In mir schwelgt ein Konflikt, einerseits habe ich die Augen eines Mannes, aber andererseits bin ich „Repräsentant des Yoga“. 
Als Yogalehrer haben wir einen Ethos, dass wir nur das Beste für die Schüler wollen. 
Phantasien gehören doch nicht dazu…oder?

Ich frage mich, ob ich der Einzige bin, der solche Gefühle oder Gedanken wegatmen muss, oder ob andere Schüler das auch haben?
Ist es erlaubt eine(n) Yogi/-ni auf eine erotisierte Art zu bewundern? Sind nicht alle Menschen  davon begeistert, wenn jemand eine tolle Körperbeherrschung hat? 
Darf ich von einer Yogini „schwärmen“, ich meine als ästhetischen Reiz…?

Ich konzentriere mich weiter auf die Stimme der Lehrerin und vertiefe mich in der nächsten Asana.
„Das ist ein toller Song, denke ich und…oh nein, jetzt habe ich schon wieder hingeguckt :(
Stephan konzentriere Dich!“ 
Ich möchte die Zeit sinnvoll nutzen und meinen inneren Horizont erweitern. Was sollen bloß die anderen über mich denken, wenn sie das bemerkten?
Ich bin doch kein Voyer!? Also schließe ich die Augen und atme ganz ruhig in mich hinein.
Zum Glück wird es jetzt anstrengender und ich kann mich wieder ganz auf meine Praxis konzentrieren…

Zum Schluss der Stunde falle ich ganz erschöpft in Savasana.
Meine Lehrerin gibt mir eine ganz wunderbare Nackenmassage. Ich fühle mich so frei und lebendig und ich bin dankbar, dass ich diese Aufmerksamkeit erhalte. 
Nach der Stunde bin ich ganz entspannt und froh darüber, dass ich etwas ganz für mich getan habe. Dennoch habe ich gemischte Gefühle.

Während meines eigenen Unterrichts als Lehrer habe ich solche Gedanken nicht.
Beim Unterricht geht es um Ausrichtung, Performance, Intensität und darum die richtigen Worte zu finden, um seine Schüler zu erreichen.
Ich werde manchmal von Schülern angesprochen, ob mir die Dame im linken Kursraum Bereich, mit dem pinken Oberteil aufgefallen wäre. Sie hätte ein tolle Rückbeuge und ich könnte doch diese Übungen auch beim nächsten Mal intensiver üben lasen. Ich sage dann immer, dass ich nicht auf Klamotten, geschweige denn auf die Leute gucke und mir Gedanken mache, über diesen oder jene Yogi/-ni.
Ich bin dann ganz in meinem Unterrichtsflow und wundere mich, was den Schülern alles so auffällt, während sie ihre Praxis verrichten. Hm, Scheinbar bin ich nicht der Einzige, der sich auch mal so umguckt!
Bei meinem Unterricht geht es um Symmetrien, Körperhaltungen, Achsen, Ausrichtungen und den Support, den ich den Schülern zukommen lasse. Ich sehe nicht, ob jemand eine grüne Hose, oder ein pinkes Oberteil trägt, ich sehe nicht, ob jemand braunhaarig ist, oder ob das Oberteil zu eng oder zu weit ist.

Mein höchstes Ziel ist es, eine Yogastunde zu unterrichten, die nachhaltig ist und die Schüler so abholt, wie sie es brauchen. Ohne wenn und aber!

Als Mann und Mensch kann ich nur sagen, dass die Sexualität doch etwas ganz natürliches ist!
Sie bereichert mich und führt dazu, dass ich mich mit meiner Frau ganz innig fühlen kann.
Sex verschafft Frieden und löst innere Spannungen. Es ist schön und macht glücklich!
Welchen voyeuristischen Verzwickungen unterliege ich dann? Bin ich so, weil ich ein Mann bin und meine Instinkte habe? Wie ist es bei der Frau? Haben Frauen auch ähnliche Gedanken oder Emotionen beim Yoga?

Generell sind wir alle doch Tag ein und Tag aus in Gedanken entweder bei einer Partnerschaft, oder Ex-Partnerschaft. Wir machen uns Gedanken über verflossene, aktuelle Partner oder eventuelle zukünftige Partner. Die Partnerwahl ist doch das „Lieblingsthema“ eines jeden Menschen, früher oder später…
Man ist frustriert über seine Beziehung oder glücklich, man ist vielleicht aber unglücklich, dass man keine Beziehung hat, oder man ist glücklich darüber Single zusein.
Man hat die Thematik ständig präsent, oder subtil um sich herumschwirren, „Passt der Partner, oder nicht? Wen finde ich sympathisch und wen nicht?“

Beim Yoga heisst die Kontrolle des eigenen Ichs „brahmacharya“ =
Selbstbeherrschung, Enthaltsamkeit, Keuschheit, Entsagung, oder das Vermeiden vom gierigen Genuss.

Swami Sivanada sagte
„Man muss verstehen, wie der sexuelle Trieb auf der psychologischen Ebene arbeitet. 
Wenn es juckt, dann ist Kratzen eine Wohltat. 
Der sexuelle Trieb ist wie ein nervöser Juckreiz. 
Die Befriedigung dieses Triebes führt zu trügerischem Vergnügen, sie hat jedoch eine zerstörerische Wirkung auf das spirituelle Wohlbefinden des Menschen“.

Es gibt doch tatsächlich einen Katalog, der beschreibt, wie man sich gegen solche Genüsse "wehren" kann:
(* https://wiki.yoga-vidya.de/Brahmacharya)

    1. Gib schlechte Gesellschaft auf, Gerede, Drama, Kino und Romane. Vermische dich nicht mit dem anderen Geschlecht. Wenn das durch die    
        täglichen Pflichten des Lebens unumgänglich ist, dann denke im Geist über eine Frau wie an eine Mutter, schau zu ihren Füßen und sprich
        nur die nötigsten Worte in reinem Bhava (Haltung).
    2. Reduziere deine Bedürfnisse. Schau nicht zu häufig in den Spiegel.
    3. Schau bei der Paarung von Tieren, Vögeln usw. nicht zu.
    4. Fahre nicht Fahrrad.
    5. Vermeide zu viel Freizeit. Überwinde Faulheit, und verbringe deine Zeit mit nützlicher Arbeit.
        Beschäftige deinen Geist ständig mit dem Studium der spirituellen Schriften oder Arbeit. 
        Verschwende keine Zeit mit nutzlosem Vergnügen.
    6. Lass die Arbeit eine Quelle von Freude sein, arbeite nicht unter Druck. Der Geist lehnt sich
       auf, wenn ihn etwas stört, und wendet sich anderen Dingen zu, um Vergnügen zu suchen. Sei
       spontan und freudevoll bei deiner Arbeit, so dass der Geist keine Gelegenheit hat, in
       ungesunde Praktiken auszuweichen. Arbeite für Gott, dann wird jede Arbeit interessant. Wenn
       deine Arbeit zu deinem Hobby wird, dann kannst du ohne Furcht und Sorgen arbeiten.
    7. Praktiziere Asanas, speziell den Kopfstand. Atme tief, gehe lange spazieren, mache Sport.
    8. Nimm immer ein kaltes Bad.
    9. Gib Rauchen, Alkohol und nicht vegetarisches Essen auf.
    10. Gib Tee, Kaffee, Peperoni, übermäßig Süßes und Zucker auf. Faste gelegentlich (einmal in der Woche ist gut). Trinke nicht einmal Wasser
          an diesem Tag. Trinke keine Milch ohne Ingwer hinzuzutun.

What the…??? Vielleicht sollte man dies mal ausprobieren???!!!

Inspire yourself!
Namasté, Dein Stephan

Link für ein Paradebeispiel, bei dem Yoga und Ästhetik zusammenschmelzen
Yoga Contest


Ich habe eine Yogalehrerin, die ich in der Türkei kennengelernt habe, zum Thema brahmacharya interviewt:




Nadine Klaas


Nadine, wer bist Du und was machst Du?

Mein Name ist Nadine Klaas, ich bin 30 Jahre alt und komme aus Waldbröl. Derzeit arbeite ich als Working Guest in der Türkei. Ich arbeite hier als Yoga Lehrerin und unterstütze das Team auch in den Bereichen BackOffice und Gästebetreuung. Seit März darf ich an diesem schönen Platz sein und ich bleibe noch bis zum Ende der Saison (Januar 2018).

Wie lange bist du schon Yoga Lehrerin und was hat Dich inspiriert diesen Schritt zu machen?
Ich bin seit 7 Monaten Yoga Lehrerin und stehe noch am Anfang meines Weges. Im Januar 2015 habe ich die 2-jährige Ausbildung bei Yoga Vidya in Köln begonnen, ohne vorher Yoga praktiziert zu haben. Es war ein spontaner Impuls, eine Intuition, eine Entscheidung aus dem Bauch heraus diesen Schritt zu gehen.  Lange habe ich nach dem richtigen Beruf für mich gesucht und nichts hat sich richtig angefühlt. Erst als ich den Wunsch danach aufgegeben hatte, hat sich mir der Weg offenbart und ich bin sehr dankbar dafür. Es fühlt sich für mich nicht wie Arbeit an, sondern wie eine Berufung, eine Aufgabe in der ich voll und ganz aufgehe.

Wie ist es für Dich in der Türkei zu arbeiten, welchen Eindruck hast du bezüglich der Lebensumstände dort als deutsche Frau?
Es ist eine wunderbare Erfahrung hier zu arbeiten und das Land anders kennenzulernen als nur als ein Tourist. Die Menschen sind sehr herzlich, aufgeschlossen und gastfreundlich und ich fühle mich als deutsche Frau hier zu jeder Zeit sicher und gut aufgehoben. 

Was bedeutet brahmacharya für Dich und welchen Genüssen musst Du widerstehen?
Wörtlich übersetzt heißt “Achara” Verhalten und “Brahman” das Absolute, das Göttliche.
Es geht also um die Verwirklichung von Brahman und das Verhalten, um dies zu erreichen.
Brahmacharya wird in der Literatur oft mit Keuschheit/Enthaltsamkeit gleichgesetzt. Ziel soll die Sublimierung der Sexualenergie sein damit das Prana/die Lebensenergie aufsteigt bzw. die Sexualenergie in spirituelle Energie transformiert wird.
Meiner Meinung nach ist diese Übersetzung nicht ausreichend. Es geht vielmehr darum, sich immer wieder bewusst zu machen, dass eine absolute göttliche Kraft in mir und durch mich wirkt.
Zum Thema Enthaltsamkeit denke ich persönlich, dass die natürliche Lebensenergie, durch die wir alle entstanden sind, nicht unterdrückt oder in andere Bahnen gelenkt werden sollte. Deswegen übersetze ich Brahmacharya lieber mit der Vermeidung von sexuellem Fehlverhalten bzw. einem verantwortungsvollen Umgang mit dieser Energie. 
Generell schließe ich keine Art von Genuss aus, sofern mein Verhalten niemandem Schaden zufügt und Wahrhaftig ist.

Wie siehst du das, benötigt es eine Differenzierung in "Yoga für Männer" und "Yoga für Frauen?"
Nein, für mich geht es beim Unterrichten von Yoga darum dem Schüler eine Erfahrung von Einheit/Vereinigung zu ermöglichen. Eine Differenzierung "Yoga für Männer" und "Yoga für Frauen" bedeutet zugleich Dualität und Trennung also genau das Gegenteil von Einheit/Vereinigung. 

Was ist der Unterschied für Dich beim Unterrichten bezüglich Mann und Frau? Und gibt es Unterschiede für Dich beim Lehren des Yoga?
Nein, für mich gibt es weder anatomisch, noch aus spiritueller Sicht gesehen Unterschiede die zu beachten sind. Der Weg zur Vereinigung, Verbindung, Einheit und Harmonie muss nicht unterteilt werden in Mann und Frau. 

Wohin führt Dich Dein weiterer Yoga Weg als Lehrerin?
Das kann ich nicht sagen. Mein Plan ist es keine Pläne zu machen und mich im Vertrauen dem Leben hinzugeben. Genauso bin ich auch an diesen wundervollen Ort gekommen und  habe das Geschenk empfangen, hier als Yogalehrerin unterrichten zu dürfen. Yoga hat mich gelehrt mir selbst und der universellen Intelligenz zu vertrauen, im Hier und Jetzt zu leben, offen zu sein für das was das Leben für mich bereit hält und meinen Seelenplan Schritt für Schritt erfolgen zu lassen.

Vielen Dank für Deine Sichtweise!

Gerne 🙏🏼 :)



 



Wie Yoga mein Leben rettete 11.08.2017

Ich bin mit meinem 5 Jahre älteren Bruder, der im Alter von 21 Jahren wegen eines Autounfalls starb, zusammen aufgewachsen. Sein Name war Alexander Suh. Für mich war er „Alexander der Große!“
Er war mein sportliches Idol.
Wenn er zum Taekwondo ging, ging ich auch, als er Tischtennis Leistungssportler wurde, meldete ich mich auch im Tischtennis Verein an.
Er ging ins Fitness Studio, ich machte dasselbe.
Ich wollte eigentlich so sein wie er, weil mir sein Lebensstil gefiel. Als er ging, schwor ich mir und meinen Eltern, dass ich dann für zwei weiter leben würde.

Alle weiteren Schritte musste ich nun ohne ihn machen, aber ich sagte mir immer wieder, "Er hätte das auch gemacht".
Meine Lebenseinstellung wurde bewusster und sensibler. Ich kostete das Leben in vollen Zügen aus und machte das, was mir gefiel. 
Dies begleitet mich bis zum heutigen Tag.
Ich mache, was mir gefällt. Ich tue es. Ich tue es immer dann, wenn ich die Richtigkeit darin sehe. Ich lasse mich leiten von meinem Gefühl und schalte mein Kopf trotzdem dabei ein!

Eines Tages kam ich in Berührung mit der Yoga Philosophie. Es hieß, „Lebe im Hier und Jetzt“, Gestern war gestern, heute ist heute, um die Zukunft brauchst Du Dir keine Sorgen zu machen.
Ich war irritiert. 
Hatten die Yogis vielleicht dieselben Schicksalsschläge wie ich durchgemacht? Ich war wie vom Blitz getroffen und es interessierte mich brennend was dahintersteckt. 

Eigentlich ist es einfach zu erklären, wir, alle Menschen kosten den Moment nicht in vollen Zügen aus.
Man lebt zu sehr in der Angst etwas Falsches zutun. Man nimmt sich selbst an die Kandarre und man lähmt sich, weil man Dinge nicht ausprobiert, obwohl man eigentlich Lust dazu hätte. 
Den Willen und den Mut will und kann man nicht aufbringen, da man schlicht und einfach Angst vor den negativen Konsequenzen hat.

Meine neue Lebensansicht des bewussteren Lebens half mir, mich aus meiner Komfortzone zu bewegen.
Mein Vater träumt heute noch davon, dass ich Lehrer an einer Schule werde, um das „sichere“ Leben eines Beamten zu führen.
Was ist denn heutzutage sicher? Welche Sicherheiten bietet mir mein Leben?

Mit 41 Jahren kann ich für mich selbst behaupten, dass nichts so sicher ist, wie die ständige Veränderung des Lebens.
Man ist den Gegebenheiten des Alltags manchmal nahezu ausgeliefert und man hat Angst vor Veränderungen.
Ein Klient von mir sagte einmal „Das Leben ist lebensgefährlich und endet immer mit dem Tod“.
Ist dies zu negativ ausgelegt, oder einfach nur realistisch?

Wenn man sich dies vor Augen hält, wird die Angst eingedämmt. Man kann bewusster leben und sich die Sorgen vom Leibe halten.
Kontrollverlust ist etwas, was mir nicht gefällt. Daumen runter. Ich kann es nicht mehr kontrollieren und die Dinge entgleiten mir. Was nun?
Ich versuche alles, um einer gewissen Routine aus dem Wege zu gehen, mein Alltag soll Schnörkel haben. Herausforderungen, wo seid ihr?
Ich bin kein Mensch mit geraden Linien und ich mag die Dynamik des Lebens. Manchmal, das gebe ich gerne zu, kam ich in Lebenssituationen, die ich nicht mochte, aber letzten Endes war alles genau richtig so! In Köln sagt man "Et kütt wie et kütt"! 

Ishvara pranidana heisst es im Sanskrit, das heisst soviel wie „Vertrauen in eine höhere Kraft legen“, oder Gottvertrauen haben.
Meine Religion ist das Christentum, aber ich bin eigentlich sowas wie ein „Weihnachtschrist“. 
Das ist weder gut noch schlecht, das ist einfach so!

Yoga hat mich gelehrt die Dinge zu akzeptieren.
Akzeptanz zu haben, ist etwas was ich lernen musste und lange Zeit dafür gebraucht habe. 
Denn ich habe schon als kleines Kind versucht die Dinge zu verändern und zu verbessern. Das hat mir nicht nur Annehmlichkeiten beschert. Mein Vater versuchte mich immer in ein Schema zu pressen und angepasst zu sein. 

Zudem kommt noch meine koreanische Kultur dazu.
In der koreanischen Gesellschaft heisst es immer „Das macht man nicht“, „guck mal, der Sohn/Tochter von Familie X macht das so und so, wieso nimmst du dir kein Beispiel daran? Angepasst sein heisst, keine Schande zu bereiten.

Rückblickend ist das schon sehr prägend, aber es hat mir geholfen mich auszubalancieren.
Ich versuche daher immer die Mitte zwischen „Wagnis und Regeln“ zu finden. Ich kann gut Fünfe gerade sein lassen und kann mich aber auch sehr gut an Regeln halten.
Daher bin ich als „Kyopo“ (Die im Ausland lebenden Koreaner) eine Symbiose beider Kulturen.

Ich beobachte bei den Menschen eine gewisse Unentspanntheit in der Begegnung mit unbekannten Dingen und Situationen.
Wie oft gelingt es uns aus der Komfortzone herauszukommen? Wie oft können wir im Alltag Dinge verrichten, die uns inspirieren? Wie oft tun wir Dinge nur für uns selbst?

Der Dalai Lama riet einmal, sich eine Stunde am Tag sich Zeit für sich selbst zu nehmen. Ein guter Tip!
Ich mache daher oft eine Verabredung mit mir selbst und lebe/liebe/mache etwas, was nur ganz für mich selbst ist. Ich gönne mir ein Eis im Sommer, ich gehe in die Sauna im Winter. ich lasse mich einmal die Woche massieren, um eine Verbindung mit meinem Körper und seinen Wehwehchen zu finden. Schmerz ist die Chance etwas zum Besseren verändern zu können.
Frage nicht nach dem „Warum nur immer ich“?, sondern frage nach dem „Was kann ich daraus lernen“?

Stelle Dir mal vor wie schön es ist jemanden etwas zu schenken, was nur für ihn oder sie ganz persönlich ist. Wie groß ist die Freude darüber?
Stell dir nun vor, die Person, die Du beschenkst mit Deiner Zeit, bist Du selbst!
Ist das nicht schön sich selber etwas zu schenken? Du profitierst gleich zweimal davon…

Inspire yourself!

Namasté Dein Stephan

Warum man nicht auf den Doktor hören muss 25.07.2017

Vor vielen Jahren habe ich mir beim Taekwondo Wettkampf den Knöchel gebrochen und die abgesplitterte Spitze wurde bei der OP mit einem Faden „angenäht“.
Leider hat sich keine knöcherne Schlicht, sondern eine knorpelhafte Schicht im Zwischenraum gebildet.
Ich hatte in den darauf folgenden 7 Monaten permanent Schmerzen und konnte keinen Sport ausüben.
In der nachfolgenden OP wurde per Athroskopie die Spitze einfach entfernt und nach 3 Tagen konnte ich wieder ganz normal gehen. Ich kann mich noch genau erinnern, dass ich richtig skeptisch war ob das alles richtig wäre, zumal ich die 7 Monate davor ein „Dauerstechen“ im Fuß hatte.

Danach begann ich langsam wieder mit meinem Trainingspensum und war ehrgeiziger denn je. Ich wollte sogar die verlorene Trainingszeit aufarbeiten und trainierte bis zu 3 mal täglich und ca. 20 Stunden pro Woche.
Dies hat sich ausgezahlt und ich gewann sogar einige Wettkämpfe und wurde in einen Leistungskader berufen. Mein Traum im Leistungssport nach oben zu klettern wurde klarer.
Mit 24 Jahren wurde ich jedoch vom Schicksal wieder gestoppt, denn beim Unterrichten von TAEBO Kursen bekam ich Probleme und spürte wieder ein Stechen im linken Sprunggelenk.

Als ich in die orthopädische Klink in Köln ging, sagte mir die Ärztin, dass mein Gelenk 60 Jahre alt wäre und ich im wirklichen Alter von 60 Jahren als Invalide durch die Gegend laufen werde. Daher war Ihre dringende Empfehlung mit Sport aufzuhören. Die Diagnose Athrose sollte mein Leben maßgeblich beeinflussen...

Das „Problem“ war damals, dass ich gerade mein Sportstudium beendet habe und ich als Trainer und Lehrer die weiteren Schritte machen  wollte.

Also überlegte ich mir etwas weicheres als Taekwondo zu finden.
Die Kraft, die Intensität und die Flexibilität fand ich beim Power Yoga wieder. Vom ersten Moment konnte ich mich mit dem Thema Yoga identifizieren. Ich war froh etwas gefunden zu haben, was mich auf gesunde und weiche, aber dennoch intensive Art forderte. Das große Plus war jedoch die mentale Ebene. Ich hatte Meditation in Bewegung gefunden! Vinyasa Yoga.
Das war mein Beginn meiner Yogalaufbahn.


Heute, fast 20 Jahre später werde ich oft von Schülern angesprochen, dass Ihre Ärzte sie bei physischen Schwierigkeiten gleich operieren wollen und Sportverbot erteilen. Auch Yoga wird dabei oft „verteufelt“.
Das Problem dabei ist, dass diese Ärzte oft keinen Einblick ins Yoga haben und ihnen die Differenzierung dabei fehlt.
Schließlich ist Yoga nicht gleich Yoga.

Daher mein Aufruf:
Hinterfrage gerne den Arzt, hinterfrage jegliche Therapieform und hinterfrage jede Yogaübung, ob sie die Richtige für Dich in diesem Moment ist.
Kein Mensch spürt Deinen Körper besser als Du selbst, Du stehst in alleiniger Verantwortung gegenüber Deinem Körper. Du kannst entscheiden, ob Du Deinem Körper intensivere Pflege gibst, oder ob Du den bequemen Weg gehen möchtest und mit der Therapieform zufrieden bist, die man Dir verordnet. 
Jeder kennt es von sich selbst, man ist schnell zufrieden mit dem Ist-Zustand, damit man schneller in seinen Alltag gelangt um dieselben Fehler wieder machen zu können, wie bislang.

Aber bist Du auch zufrieden, wenn Deine Suppe kalt ist? Bist Du zufrieden, wenn Du Dein Auto in die Waschanlage bringst und es nur halb sauber ist?
Bist Du zufrieden, wenn Dir die Kinokarten Verkäuferin sagt, die Plätze in der ersten Reihe sind doch gut für Dich?
Bestimmt nicht. Da änderst Du gerne den Umstand und verlangst nach Korrektur.

Aber warum verlangst du nicht mehr für Deinen Körper?

Vielleicht nimmst du diesen Beitrag als Inspiration und hinterfragst Dein System.

Namasté 🙏🏼, Dein Stephan
 

Wie kann ich als Personal Yoga Trainer meine "Sommerpause" retten? 19.07.2017

Jeder kennt es, als selbständiger Trainer hat man Einbußen im Juni/Juli/August, da die Klienten in den Urlaub fahren.
Ich selbst habe Klienten, die im Juni sagen, "mach´s gut Stephan, wir sehen uns wieder im September".
Als selbständiger Trainer ist es natürlich wichtig für eine Liquidität zu sorgen und Einnahmequellen zu generieren, die seine Fixkosten decken.
Hier habe ich einige Tipps, die es Dir erlauben frühzeitig das Sommerloch zu bekämpfen.



7 Punkte Masterplan:

1. Tag der offenen Tür mit rabattierten Fünfer oder Zehner organisieren
2. Promo Events im Park für Training in der Gruppe organisieren und eine Veranstaltung bei Facebook erstellen. Dadurch bleibt man im Gespräch.
3. Schnupper Gutscheine an die bestehenden Kunden verteilen, die sie dann weiter verschenken sollen für 30 Minuten, (was sowieso dann mehr werden würde)
4. einen Sport und Urlaub Event organisieren, zu dem man seine Kunden mitnehmen kann mit Gruppenstunden oder Kleingruppen- oder auch privat Trainings Möglichkeiten.
5. mit dem Kunden eine Jahrespauschale vereinbaren und in der Zeit wo sie weg sind können Sie ihre Trainings an jemanden weiter verschenken
6. Geld sparen und in der Umsatz Einbußungs Zeit wenig Geld ausgeben
7. im Mai und Juni stelle ich keine Rechnungen und stelle sie dann erst im Juli und August, so habe ich selbst einen Puffer aufgebaut. Davor habe ich natürlich Vollgas gegeben. 

Viel Spaß beim Umsetzten!
🙏🏼 Liebe Grüße, Stephan